Sie sind hier: Startseite / RitualTagung 2018 - Ein Nachklang

Eine Idee wächst

  • Singabend mit Anne Tscharmann

  • RitualTagung 2018

Das Netzwerk Rituale Österreich feiert 10 Jahre professionelle Ritualbegleitung

Die erste große Ritualtagung zum Thema „Wirkung – Vielfalt – Sinn“ des Netzwerks Rituale Österreich war in jeder Hinsicht ein ganz großer Erfolg: alle Workshops schon vorab ausgebucht, eine interessante Referentin, Ziriah Voigt, inspirierende Begegnungen in vielfältigen Arbeitskreisen, ein spannender Austausch, ein beeindruckendes Ritual zum Tag der Erde und dass alles bei strahlendem Frühlingswetter!

Mehr als 100 Ritualleiter*innen und Interessierte aus ganz Österreich, Schweiz und Deutschland trafen sich von 20.-22. April 2018 am Grillhof in Innsbruck. Ziriah Voigt sprach im Hauptvortrag darüber, wie und wodurch Rituale wirken und gab Einblicke in ihre langjährige Ritualpraxis.

Im anschließenden Podiumsgespräch mit den Gründerinnen, des Netzwerks, Johanna Neußl, Suomi Martina Steiner und Marina Descovic, wurde ihr Anspruch Ritualarbeit professionell anzubieten sehr deutlich und auch, wie sehr er sich bewährt hat. So haben die Mitglieder des Netzwerks verschiedenste Ausbildungen und verpflichten sich ethischen Grundsätzen und sichern durch intensiven Austausch und Weiterbildungen die Qualität ihrer Arbeit. Menschen, die sich ein Ritual wünschen haben somit eine Plattform, bei der sie sicher sein können, dass sie Menschen finden, die sie gut begleiten und mit ihnen ein ganz individuelles Ritual entwickeln und feiern.

 

Dies wurde am nächsten Tag in den Workshops sehr deutlich. Von Ritualen mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Führungskräften, von Hochzeits- und Scheidungsritualen bis zu Abschieds- und Trauerfeiern, von Räuchern bis zu männlichen und weiblichen Archetypen,  und von Vergebungsritualen bis hin zum Europäischen Lebensrad reichte der Bogen. Die Mitglieder des Netzwerks gaben Einblicke in ihr Tun und die Teilnehmenden waren sehr berührt und begeistert zu erleben, wie vielfältige die Möglichkeiten sind, Lebenswenden zu gestalten, aber auch im Alltag zu erfahren, wie heilend, bestärkend, versöhnend und verbindend Rituale wirken.

 

Eingebettet war all das in regen Austausch bei köstlichem Essen, das Singen von Liedern aus den verschiedensten spirituellen Traditionen an einem duftenden Frühlingsabend und das gemeinsame Feiern.

 

Höhepunkt war dann das große öffentliche Ritual zum internationalen „Tag der Erde“ am Sonntag, 22. April. Vom Klang großer Trommeln begleitet betraten die Teilnehmenden schweigend den großen Kreis, der sich auf der Wiese, vor blühenden Bäumen und der noch schneebedeckten Nordkette gebildet hatte. Die Kräfte der Elemente wurden willkommen geheißen und der Erde gedankt, aber auch bedacht und in kleineren Kreisen ausgesprochen, was jede*r Einzelne als seine/ihre Verantwortung und Möglichkeit sieht unsere Erde zu bewahren und den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Spirituelles und gesellschaftspolitisches Denken und Handeln haben sich verbunden und einen lebendigen Ausdruck gefunden.

Die Bohne, die jede*r Teilnehmer*in bei dem Ritual bekommen hat, mag klein sein, aber sie wird gepflanzt werden und sich so vermehren. Ebenso, wie die Ideen, Erfahrungen und Eindrücken ihre Wirkung entfalten werden, mit denen alle den gemeinsamen Ort verlassen haben. Die Idee der Gründerinnen hat in den 10 Jahren schon reiche Frucht getragen und das Netzwerk wird weiter wachsen, dass war deutlich spürbar!